FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
Mittwoch, den 20. Februar 2013 um 00:00 Uhr

...Ervis Gega als Konzertmeisterin seiner Klassischen Philharmonie Bonn zur Verfügung zu haben dürfte den Dirigenten Heribert Beissel mit Stolz erfüllen. Die mehrfache Wettbewerbs-preisträgerin leistet nicht nur als Ensembleleiterin hervorragende Arbeit, sondern macht immer wieder auch als Solistin nachhaltig von sich reden...Nicht nur Schönklang und Intonationsreinheit waren die Kennzeichen, sondern eine lebendige, Kontraste geschickt ausspielende Impulsivität...

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung    

Beseelter Dialog

Klassische Philharmonie Bonn im Kurhaus Wiesbaden

Die albanische Geigerin Ervis Gega als Konzertmeisterin seiner Klassischen Philharmonie Bonn zur Verfügung zu haben dürfte den Dirigenten Heribert Beissel mit Stolz erfüllen. Die mehrfache Wettbewerbspreisträgerin leistet nicht nur  als Ensembleleiterin hervorragende Arbeit, sondern macht immer wieder auch als Solistin nachhaltig von sich reden. Beim "Wiener Klassik"-Konzert im Kurhaus Wiesbaden, das diesmal ausschließlich dem OEuvre Wolfgang Amadeus Mozarts gewidmet war, spielte sie jetzt den ihrem Instrument zugedachten Solopart der Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester  Es-Dur KV 364. Ihr Partner war der als Sohn einer polnischen  Musikerfamilie in Padua geborene Bratschist Lech Antonio Uszynski. Der Begriff "Partnerschaft" war hier keineswegs zu hoch gegriffen, denn eine derart beseelte, fein aufeinander abgestimmte musikalische Kommunikation erlebt man nicht alle Tage. Doch nicht nur Schönklang und Intonationsreinheit waren die Kennzeichen, sondern eine lebendige, Kontraste geschickt ausspielende Impulsivität, woran das von Beissel geleitete Orchester seinen Anteil hatte.

Auch diejenes Herzstück umrahmenden Programmteile gefielen: Mozarts originelle Serenade Nr. 6 D-Dur KV 239 mit ihren stark ausgeprägten solistischen Anteilen ebenso wie die unruhig feinnervig musizierte Sinfonie Nr.40 g-Moll KV 550. Beissels Zugabe war der Kopfsatz aus dem Divertimento F-Dur KV 138.


HARALD BUDWEG

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2013, Nr. 43, S. 38

 

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