WIESBADENER KURIER
Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 00:00 Uhr

BRAVOROUSE GEIGERIN

KONZERT Wiener Klassik mit der Geigerin Ervis Gega im Wiesbadener Kurhaus



Von allen Werken des äußerst rührigen Vivaldi - von dem „prete rosso“ sind insgesamt 770 Kompositionen bekannt - erfreuen sich „Die vier Jahreszeiten“ ungebrochener Beliebtheit, das zeigte ein Blick in den sehr gut besuchten Thiersch-Saal des Kurhauses beim Konzert der Klassischen Philharmonie Bonn. 



Zu den vier Konzerten der „Jahreszeiten“ traten mit dem Adagio in E-Dur (KV 261) und dem Rondo in C-Dur (KV 373) von Mozart zwei weitere Werke für Violine und Orchester, so dass man an diesem Abend - neben Joseph Haydns „Abschiedssinfonie“ Nr. 45 in fis-Moll - der Violine den Vorrang eingeräumt hatte. Mit der Geigerin Ervis Gega, Dozentin an der Musikhochschule Mainz und Konzertmeisterin der Klassischen Philharmonie Bonn stellte sich eine exzellente Interpretin vor, die den in letzter Zeit doch arg strapazierten Vivaldi mit wunderschön ausgeglichenem, seidenweichem und verinnerlichtem Ton zu einem Hörerlebnis werden ließ - makellos sauber die kleinen Figuren, von drall und prall zupackender Frische die Tanzsätze, berührend die sensible Ausformung des Largos im „Winter“.

Diese Feinfühligkeit der Solistin erhielt im Verein mit der dezenten Begleitung des Orchesters in den beiden Kompositionen Mozarts noch nachdrückliche Bestätigung. Die Zuhörer waren begeistert - mit der Zugabe ging man diesmal neue Wege: Ein Thema Händels hatte G. Allroggen zu einem Duettino für Violine und Violoncello verarbeitet, das Ervis Gega zusammen mit dem Cellisten Chi-Ho Choi die Möglichkeit zur Entfesselung eines Saitenfeuerwerks bot.

 

Von Richard Hörnicke

WIESBADEN

 

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/wiesbaden/meldungen/10231611.htm